Seegras ist für mich voller Kindheitserinnerung.
Gerüche, Geräusche und Empfindungen, gemischt
mit ein bisschen Sehnsucht. Doch Seegras ist ein echter Störfaktor: Jährlich werden tausende Tonnen Seegras der Art Zostera Marina an die deutsche Küste gespült. Als unansehnlicher brauner Teppich verunziert die angeschwemmte Biomasse die Sandstrände. Sehr zum Ärger der Küstenbewohner und Touristen. Diese – als wichtiger Wirtschaftsfaktor der Region – erwarten saubere Strände. So landet das Natur-
material als Sondermüll auf Deponien. Kann der Störfaktor zu einem Nutzfaktor werden?
Ist es möglich aus dem scheinbar überflüssigen Abfallprodukt einen Werk- und Wertstoff herzustellen? Der Zostera Stool ist das Resultat vieler Material-
experimente, in denen mithilfe eines biologisch basierten Harzes ein neuer Werkstoff, ein Seegras-
faser verstärkter Biokunststoff, gewonnen wurde. Entstanden ist ein leichtes und dennoch sehr stabiles Material, das die natürliche Ästhetik der abgestor-
benen Pflanzenteile hervorhebt. Ein Material, das kaum noch an die stinkende Biomasse am Strand erinnert. Durch das Sortieren des Seegrases in helle und dunkle Farbnuancen entstehen zwei weitere Farbvarianten.